Cachaca
DIE Cachaça (nicht wie oftmals DER Cachaça genannt) darf nach brasilianischem Recht nur in Brasilien hergestellt werden. Als Rohstoff dient frisch gepresster Zuckerrohrsaft. Dazu stehen über 600 verschiedene Zuckerrohr-Sorten zur Verfügung. Es gibt traditionell hergestellten und industriell gefertigtem.
Zur Herstellung von industrieller Cachaça wird der frische Saft (Caldo de Cana) mit Wasser verdünnt und mit Hefe versetzt und 24 Stunden in einem Edelstahlbehälter gegärt und anschließend in einer Edelstahlkolonne im kontinuierlichen Brennvorgang destilliert. Bei der traditionellen Herstellung wird der Zuckerrohrsaft 36 Stunden fermentiert, wodurch mehr Aromen erschlossen werden können. Dann wird auf traditionelle Weise in einer diskontinuierlichen Destillation in einer Kupferbrennblase gebrannt. Die traditionelle Herstellung wird dann oftmals mit Artesanal bezeichnet. Aufgrund fehlender gesetzlicher Richtlinien ist diese Bezeichnung allerdings nicht als offizielles Qualitätsmerkmal des Produkts erlaubt.
Die industrielle Herstellung bietet den Vorteil, dass eine Produktion kostengünstig durchgeführt werden kann, jedoch bleiben dabei viele der schönen Zuckerrohraromen auf der Strecke. Um eine Süße des Produktes zu gewährleisten dürfen hier allerdings bis zu 6 kg Zucker pro Liter beigemischt werden. Wird mehr als 6 kg Zucker hinzugefügt muss die Cachaça mit der Bezeichnung adocada versehen werden.
Die Cachaça kann ungereift abgefüllt werden oder in Fässern gelagert werden. Von gereiftem Cachaça spricht man, wenn sie mindestens ein Jahr in Fässern reift. Es dürfen dafür 22 verschiedene Holzsorten verwendet werden. Findet die Reifung in Fässern mit maximal 700 Litern Fassungsvermögen statt, darf die Cachaça als "envelhecida" bezeichnet werden.

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