Auf der Insel Islay in den zu Schottland gehörenden Hebriden sind rund zehn Whiskybrennereien ansässig. Zu den Hauptakteuren gehört die Lagavulin Distillery, die bei Kennern einen ausgezeichneten Ruf genießt und auf keinen Fall unterschätzt werden sollte.

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Während ein Großteil der schottischen Brennereien zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, kann die Destillerie Lagavulin darauf stolz sein, noch rund ein Jahrhundert älter zu sein. Geschätzt wird sie bereits auf das Jahr 1742, was sie zu einer der ältesten Betriebe zur Whiskyproduktion macht und hohe Erwartungen weckt. Die Brennerei Lagavulin nennt jedoch das Jahr 1816 als ihr Gründungsdatum, denn erst zu jenem Zeitpunkt entstand legal die registrierte Firma, die noch heute unter diesem Namen agiert. John Johnston rief den Betrieb ins Leben. Schon bald folgten Besitzerwechsel, und die Destillerie wurde von einigen größeren Unternehmen und Zusammenschlüssen geleitet. Immer wieder musste man sie kurzzeitig stilllegen, ohne dass dies den Lagavulin Whisky wirklich beeinträchtigte. In den 50er-Jahren musste man sich gegen ein Feuer geschlagen geben. In den 70er-Jahren schloss man die eigene Mälzerei und bezog fortan das Gerstenmalz aus der benachbarten Ortschaft Port Ellen. Seit geraumer Zeit gehört die Lagavulin Distillery zum britischen Spirituosenkonzern Diageo, der noch zahlreiche weitere Marken in sein Portfolio aufgenommen hat. Die Destillerie hat ihren Sitz an einer Bucht, umgeben von einem Torfmoor und unweit der Ruinen der Dunyvaig-Burg.

Die Brennerei hebt sich dadurch von der Masse ab, dass sie die angeblich langsamste Destillation in Schottland durchführt. Der erste Durchlauf – jeder Single Malt wird zweifach destilliert – zieht sich über fünf Stunden hin. Der zweite Durchlauf dauert sage und schreibe neun Stunden. Das Ziel des Herstellers ist es, dem Whisky von Lagavulin damit einen ureigenen, unglaublich weichen und gleichzeitig aussagekräftigen Charakter zu verleihen. Viele Jahre lang ging man davon aus, dass Lagavulin Whisky sich am häufigsten unter allen Islay-Whiskys verkaufte – doch inzwischen wurde man von Laphroaig überholt. Bemerkenswert ist, dass die Brennerei Lagavulin gegenwärtig Probleme hat, mit der hohen Nachfrage fertig zu werden.

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Die jährliche Produktionskapazität der Brennerei liegt bei 2,5 Millionen Litern, was nicht sehr hoch ist. Je zwei wash stills und spirit stills dienen dem Brennen des Inselwhiskys. Etwa 98 % der Gesamtproduktion werden als Single Malt abgefüllt, und Diageo hat den Lagavulin Whisky in die beliebte Produktserie Classic Malts aufgenommen. Charakteristisch für den Islay Malt ist, dass er sich nicht immer von der rauchigen Seite zeigt. Lang gab es nur sehr wenige Abfüllungen der Lagavulin Distillery, u. a. den Klassiker mit einem Reifegrad von 16 Jahren. Inzwischen hat man das Sortiment ausgebaut. Cask Strength Whisky (in Fassstärke) ist in mehreren Altersstufen zu haben. Daneben kann man sich für den Single Malt mit Pedro Ximenez Finishing im Sherryfass und für den 12 Jahre alten Lagavulin Whisky entscheiden. Das 16-jährige Aushängeschild der Destillerie, der Lagavulin 16 Jahre Islay Malt, gilt als torfig, intensiv und rauchig mit einem unglaublich lang anhaltenden Abgang. Das ist ein Markenzeichen der Brennerei aus Argyll. Anders als bei manch einem Wettbewerber gibt es beim Whisky von Lagavulin aus Islay so gut wie keine unabhängigen Abfüllungen. Der Markenname darf nur vom Hersteller selbst verwendet werden.