Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Mezcal und Tequila? Letzterer unterliegt mehr Vorschriften und wird generell nur aus einer Agavensorte (Blaue Weberagave) hergestellt. Mezcal hingegen ist der Vorläufer sowie die übergeordnete Gattung. Die unterschiedlichsten Agavensorten können zum Einsatz kommen. Vor Augen führt dies das breit gefächerte Sortiment an Real Minero Mezcal, bei dem diverse wildwachsende Agaven als Rohstoff dienen.

Der Oberbegriff Mezcal ist untrennbar mit Mexiko verbunden. In jenem mittelamerikanischen Land wird diese Spirituose aus dem Fruchtfleisch von Agaven destilliert. Die Herzen der Pflanzen werden gebacken oder ausgekocht – idealerweise tagelang auf altbewährte Art in Gruben in der Erde mit erhitzten Steinen, bei der industriellen bzw. modernen Produktion hingegen stundenlang in Stahlöfen – und man presst daraus Saft. Dieser wird mittels Hefe und Zucker einer Gärung unterzogen und anschließend zweifach destilliert. Meist liegt der Alkoholgehalt von Mezcal aus Mexiko bei 40 % vol. oder mehr. Die Region Oaxaca gilt seit Jahrhunderten als Hochburg der Produktion. Der Name wurde aus der Eingeborenensprache Nahuatl abgeleitet und bedeutet Schnaps. Der Agavenschnaps kann verschiedene Farben, Aromen und Geschmacksnoten aufweisen.

Beeinflusst wird Mezcal von dem Rohstoff, also von der Agavensorte, genauso wie von der Produktionsart. In den meisten Fällen lagert der Agavenbrand und reift dabei recht schnell. Die Klassifizierung Joven umfasst weißen bzw. farblosen, klaren Mezcal, der höchstens zwei Monate ruhen durfte und für unverfälschte Agavennoten steht. Die nächste Qualitätsstufe ist Reposado mit einem hellen Farbton von Gold und einer Lagerung von zwei bis zwölf Monaten in Eichenfässern. Noch dunkler und komplexer sowie harmonischer ist Anejo, der über ein Jahr in kleinen Fässern mit maximal 350 l Fassungsvermögen reift. Hersteller wie Los Danzantes oder San Cosme bieten sowohl diese Standardabfüllungen als auch Experimente, die sich durch eine bestimmte Eigenschaft von der Masse abheben. Die Brennerei Del Maguey und weitere Destillerien bietet Mezcal mit Wurm in der Flasche an. Es handelt sich dabei um eine essbare Schmetterlingsraupe (gusano).