Madeira-Port-Sherry


Die portugiesische Insel Madeira liegt im Atlantischen Ozean, etwa 950 km in südwestlicher Richtung von Lissabon, aber nur knapp 740 km vor der marokkanischen Küste. Mit der kleineren Inseln Porto Santo und den teilweise unbewohnten Inseln Ilhas Desertas und Ilhas Selvagens bildet die Hauptinsel Madeira die gleichnamige Inselgruppe. Die klimatischen Bedingungen eignen sich hervorragend für den Anbau von Weinstöcken. Die Zeitzonen entsprechen der WEZ – der Westlichen Europäischen Zone – und liegen damit eine Stunde hinter der MEZ, der Mitteleuropäischen Zeitzone. Der Weinanbau auf der etwa 740 qm großen Hauptinsel Madeira ist in der Regel an den Nord- und Südhängen zu finden. Damit variieren Geschmack und Süße des Weins nach dem Anbaugebiet und dem damit verbunden Zeitpunkt der Ernte. Meist werden die Rebsorten Tinta Amarela, Touriga Franca, Tinta Roriz und Touriga Nacionale für den Weinanbau verwendet.

Die Geschichte des Portweins geht bis auf das 11. Jahrhundert zurück, als Heinrich von Burgund neue Rebsorten in der Nähe des Douro-Ufers anpflanzen ließ. Weine aus dem Dourotal wurden erstmals in alten Zollunterlagen als Porto bezeichnet. Ende des 17. Jahrhunderts suchten Kaufleute aus England nach anderen Quellen für Weinimporte, da sich die Beziehung zwischen Frankreich und England verschlechtert hatte. Gesucht wurde in Spanien und Portugal, wo man auch fündig wurde. In einem der vielen Klöster fanden englische Kaufleute den sogenannten "Priest-Port", den heutigen Portwein.

Hergestellt wird der Portwein von weißen und roten Rebsorten, die letztendlich über den Geschmack und die Farbe des Weins entscheiden. Das traditionelle Herstellungsverfahren sieht vor, dass die Gärung des Weins gestoppt wird. Das geschieht durch die Zugabe von Weingeist. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass der natürliche Fruchtzucker größtenteils erhalten bleibt. Die Mischung hat jetzt einen Alkoholgehalt von etwa 20 % vol. und reift etwa zwei Jahre in großen Fässern. Nach der Ruhephase des Weines wird entschieden, welcher Wein abgefüllt wird und welcher noch einige Zeit in kleinen Holzfässern weiterreifen darf. Daraus entsteht dann der Tawny Ports, der bernsteinfarben ist und würzige Aromen sowie Noten von getrockneten Früchten mitbringt. Der nach der zweijährigen Lagerung abgefüllte Portwein wird Ruby Port genannt und ist ein kräftiger Wein, von rubinroter Farbe und vollmundig im Geschmack.

Besonders wertvolle Portweine sind die Vintage-Portweine, die noch viele Jahre in der Flasche reifen dürfen. Der "Madeira Barbeito BOAL" wurde z. B. bereits im Jahre 1930 abgefüllt. Je länger der Portwein lagert, desto interessanter ist sein Geschmack und desto tiefer muss der Genießer in seine Brieftasche greifen. Zu der preisgünstigen Kategorie gehört der White Port, ein junger und trockener Wein von heller Farbe und fruchtigem Geschmack. Vor dem Genießen eines Glases Portwein, der in der Flasche gereift ist, muss dieser dekantiert werden. Das bedeutet, dass der Portwein an der Luft atmen muss. Andere Portweine, die im Fass gereift sind, müssen nicht dekantiert werden, sondern stehen sofort zum Genuss bereit.

Die Geburt eines guten Portweins beginnt mit der Auswahl der Rebsorten. Zugelassen für die Herstellung von Portwein sind nicht alle Rebsorten und selbst die Zulassung wird unterteilt in empfohlen, erlaubt und toleriert. Für den roten Portwein sind die Rebsorten Tinta Barroca, Touriga Francesca, Touriga Nacional, Tinta Roriz, Tinta Amarela sowie Tinto Cáo und einige andere geeignet. Für den weißen Portwein werden meist die Rebsorten Malvasia Fina, Codega und Rabigato verwendet. Die Lese der Trauben erfolgt in Handarbeit. Die Trauben werden wie bei allen Weinen gepresst. Der daraus entstandene Most wird zur Gärung gebracht. Während der Gärung wird der Most mit Weindestillat vermischt, sodass der Gärprozess gestoppt wird. Wann die Gärung gestoppt wird, entscheidet der Restzuckergehalt. Der Portwein bringt einen Alkoholgehalt von 19 bis 22 % vol. mit.

Nachdem die Gärung des Weins gestoppt wurde, lagert der Portwein mindestens zwei, höchstens jedoch sechs Jahre in großen, ausgesuchten Fässern. In diesen Fässern altert der Portwein langsam. Die erste Verkostung wird nach zwei Jahren Lagerung vorgenommen. Diese Verkostung entscheidet über die weitere Vorgehensweise mit dem Wein. Wie bei allen Weinen ist es auch beim Portwein der Fall, dass eine lange Lagerung den Portwein verbessern und verfeinern kann. Das gilt insbesondere für die Lagerung in Flaschen. Der Umkehrschluss ist der, dass auch ein überdurchschnittlich guter Jahrgang durch eine sehr lange Lagerung geschmacklich verflacht. Die längste Lagerzeit haben die Spitzenjahrgänge, die als Vintage-Portweine bezeichnet werden und mindestens zehn Jahre in Flaschen reifen.

Portweine werden nach der Lagerungsart unterschieden. So sind die Flaschen der Old-Tawny-Portweine immer mit Altersangabe auf dem Etikett versehen. Diese Old oder Aged Tawnys haben eine Lagerzeit zwischen zehn und vierzig Jahren hinter sich. Mindestens sieben Jahre Ruhezeit haben die Colheitas hinter sich gebracht. Es handelt bei einem Colheita-Portwein um einen Jahrgangswein, der aus verschiedenen Trauben eines Jahrgangs hergestellt wird. Auf dem Etikett ist immer das Datum des Erntejahres aufgeführt. Die besten, hochwertigsten, aber auch seltensten Portweine sind die Vintage-Portweine. Sie werden nur aus hervorragenden Jahrgängen hergestellt. Nur die Ernte des Jahrgangs, der zum Vintage erklärt worden ist, wird in Flaschen abgefüllt und reift in der Flasche mindestens zehn Jahre, oft viele Jahrzehnte, weiter.

Der Sherry ist ebenfalls ein verstärkter Weißwein, der einem ganz spezifischen Reifeprozess unterliegt. Der Gruppe der Likörweine zugeordnet kommt der Sherry meist aus der spanischen Region Andalusien. Mit Christoph Kolumbus kam der Sherry auch nach Amerika, der damaligen Neuen Welt, und auch Ferdinand Magellan wird nachgesagt, dass er mehr Zeit mit Sherry verbrachte, als sich um seine Waffen zu kümmern. Bekannt wurde der Sherry in England durch Francis Drake, der einen der wichtigsten spanischen Häfen, den Hafen Cadiz, im Jahre 1587 plünderte und Sherry als Beute nach England brachte. Der Name Sherry ist in Europa eine Ursprungsbezeichnung, die geschützt ist. Nur Weine, die aus der sogenannten Sherry-Region kommen, dürfen als Sherry bezeichnet werden. Heute kommt der Sherry nicht nur aus Spanien, sondern auch aus Portugal und seiner Insel Madeira.

Für den Sherry werden in der Regel drei weiße Traubensorten angebaut, und zwar die Palomino, die Pedro Ximénez und die Moscatel. Die Reben werden auf speziellen Böden angebaut, und zwar auf einem leichten, fast weißen Boden, der aus etwa 45 % Kreide und einer Mischung aus Sand, Kalkstein und Ton besteht. Es handelt sich dabei um den Albariza-Boden, der den Vorteil hat, dass er auch während großer Hitze Feuchtigkeit bewahren kann. Er eignet sich für den Anbau der Palominotraube, deren Wein zu etwa 40 % im Sherry enthalten sein muss. Ein ganz anderer Boden ist der Barros, ein Boden, der dunkelbraun ist und einen sehr hohen Tongehalt, dafür aber nur etwa 10 % Kreide beinhaltet. Der dritte Boden ist gelblich und hat ebenfalls einen zehnprozentigen Kreideanteil, jedoch einen sehr hohen Anteil an Sand.

Ein trockener Weißwein mit einem Alkoholgehalt von 11 bis 13 % vol. ist das Ergebnis der Vergärung. Mit Branntwein wird der junge Wein angereichert und reift danach für mindestens ein Jahr in Fässern, von denen drei und mehr übereinandergestapelt werden. Dies ist für einen Sherry unerlässlich. In den unteren Fässern liegen die reifen Weine, während in den oberen die neuen Weine bzw. die junge Ernte gelagert wird. Der Wein wird aus den unteren Fässern abgefüllt, jedoch nur, bis das Fass zu einem Drittel geleert wurde. Danach werden die Weine der mittleren Schicht mit der unteren Schicht gemischt und die der oberen mit der mittleren Schicht. So werden die jungen mit den alten Weinen verschnitten, und das kontinuierlich. Das nennt man auch das Soleras-y-Criaderas-System. Damit wird der einzigartige Geschmack des Sherrys erzeugt. So kann es durchaus vorkommen, dass zehn oder gar mehr verschiedene Jahrgänge für einen einzigen Sherry infrage kommen.

Sofort nach der Gärung wird der Wein gekostet und nach Klassen eingeteilt. Dabei werden Symbole verwendet, die das Potenzial des Weines auf dem Fass anzeigen. Ein guter Wein wird mit einem "/" oder Schlag gekennzeichnet, Daraus wird Fino oder Amontillado – zwei bekannte Sherrysorten. Wird dieser Schlag mit einem Punkt (/.) versehen, so handelt es sich in diesem Fass um einen vollmundigen Wein, aus dem ein Oloroso hervorgehen kann. Der zweifache Schlag oder auch Doppel-Hub (//) kennzeichnet den Wein, der weiter reifen darf, bis über ihn entschieden wird. Drei Schläge (///) bezeichnen einen schlecht entwickelten Wein, der zur Destillation freigegeben wird. Der Sherry wird mit einem Weindestillat angereichert, und zwar in einem Mischverhältnis von 50:50. Sobald der Sherry mit Alkohol angereichert ist, wird er in großen Fässern aus nordamerikanischer Weißeiche abgefüllt und ruht dort, bis er durch das Solera-System in andere Fässer umgefüllt wird. In diesem System verharrt der Sherry mindestens drei Jahre.

Der Sherry kann, im Gegensatz zum Portwein, von einer langen Lagerung in Flaschen nicht profitieren. Gelagert werden muss der Sherry stehend und an einem kühlen, dunklen Ort. Die Sorten Fino und Manzanilla sind sehr empfindlich und sollten nach dem Öffnen der Flasche relativ schnell getrunken werden. Länger haltbar sind die Sorten Oloroso und Amontillado. Auch die Versionen des PX sowie des Blended-Sahne-Sherrys sind nach der Öffnung der Flasche teilweise über Monate haltbar. Diese lange Haltbarkeit ist dem Zuckergehalt zu verdanken, der sich hier als Konservierungsmittel hervorhebt.

Auch heute noch ist der Sherry in Großbritannien sehr beliebt. Der Sherry ist in der Regel süß und trocken, aber auch, je nach Lagerung und Reifezeit, vollmundig. Der Alkoholgehalt liegt zwischen 18 und 20 % vol. In unserem Shop bieten wir eine Vielzahl von verschiedenen Portweinen und Sherrysorten von Madeira, aber auch aus Spanien an.



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