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Cocktail Bitters sind eine unverzichtbare Zutat in der Mixologie, die den Geschmack von Cocktails auf ein neues Level heben. Im Gegensatz zu Bitterspirituosen sind Cocktail Bitters Zutaten, die zum Würzen und Verfeinern von Cocktails verwendet werden. Ihre Verwendung beschränkt sich auf kleine Mengen, da sie aufgrund ihres intensiven Geschmacks eine starke Wirkung auf das Endprodukt haben. Mit einem Alkoholgehalt zwischen 30 und 70 % vol. sind sie in der Regel in kleinen Flaschen mit 0,1 oder 0,2 Litern erhältlich. In diesem Artikel werden wir die verschiedenen Arten von Cocktail Bitters, ihre Geschichte sowie einige der bekanntesten Marken wie Fee Brothers, Angostura, Peychaud, Regans, The Bitter Truth, Amargo Chunco Bitters und Bittermens beleuchten.
Cocktail Bitters: Die Essenz des Geschmacks
Cocktail Bitters unterscheiden sich in ihren Inhaltsstoffen und Geschmacksprofilen. Beispielsweise steht beim Orangenbitter der frische Orangengeschmack im Vordergrund, während Aromatic Bitters wie der Angostura Aromatic Bitter ein komplexes Aroma mit verschiedenen Geschmacksnoten aufweisen. Diese Vielfalt macht sie zu einem unverzichtbaren Barzubehör, das jedem Cocktail eine neue Dimension verleihen kann.
Die Geschichte der Cocktail Bitters
Die Geschichte der Cocktail Bitters lässt sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen. Im Jahr 1824 erfand der deutsche Arzt Johann Gottlieb Benjamin Siegert in Venezuela den Angosturabitter. Sein Name stammt von der venezolanischen Stadt Angostura, in der er entwickelt wurde. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind Zimt, Gewürznelken, Chinarinde, Enzianwurzel, Bitterorange und Kardamom. Mit einem Alkoholgehalt von 44,7 % vol. erlangte der Angosturabitter aufgrund seines komplexen Aromas schnell hohe Beliebtheit als Würzmittel.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden in Cocktailbüchern mehr als hundert verschiedene Arten von Bitters aufgeführt. Während der Prohibition in den USA blieb der Handel mit Cocktail Bitters legal, was ihre Verbreitung förderte. Trotz ihres hohen Alkoholgehalts zählten sie nicht zu den Spirituosen.
In den 1970er- und 1980er-Jahren erlebte die Barkultur eine Flaute, und Bitters gerieten fast gänzlich aus der Mode. Lediglich der legendäre Angosturabitter war in deutschen Bars weiterhin verfügbar. Mit dem Aufschwung der Barszene zu Beginn des neuen Jahrtausends erlebten auch die Cocktail Bitters ein Comeback. Die Münchner Firma The Bitter Truth setzte einen Meilenstein in der Entwicklung der Cocktail Bitters, indem sie seit 2010 über 20 verschiedene Sorten auf den Markt brachte.
Die bekanntesten Marken von Cocktail Bitters
1. Fee Brothers
Fee Brothers ist eine der ältesten und renommiertesten Marken im Bereich der Cocktail Bitters. Gegründet im Jahr 1863 in Rochester, New York, bietet das Unternehmen eine breite Palette von Bitters, darunter Old Fashioned Aromatic Bitters, Peach Bitters, Lemon Bitters und viele mehr. Die Bitters von Fee Brothers zeichnen sich durch ihre hohe Qualität und vielfältige Geschmacksrichtungen aus.
Besonders hervorzuheben ist der Fee Foam, ein Eiweißersatz, der es ermöglicht, Cocktails eine schaumige Textur zu verleihen, ohne echtes Ei zu verwenden. Dies ist besonders vorteilhaft für Cocktails wie den Whisky Sour oder Ramos Gin Fizz, die traditionell eine schaumige Oberfläche haben.
2. Angostura
Der Angosturabitter ist vielleicht der bekannteste Cocktail Bitter weltweit. Mit seinem komplexen Aroma, das sowohl süße als auch bittere Noten umfasst, ist er ein unverzichtbarer Bestandteil vieler klassischer Cocktails. Die Basis für den Angosturabitter sind Kräuter und Gewürze, die in Rum eingelegt werden. Er wird häufig in Drinks wie dem Old Fashioned oder dem Manhattan verwendet und hat sich als unverzichtbare Zutat in der Barszene etabliert.
3. Peychaud’s Bitters
Peychaud’s Bitters sind eine weitere wichtige Marke in der Welt der Cocktail Bitters. Ursprünglich von dem Apotheker Antoine Amédée Peychaud im New Orleans des 19. Jahrhunderts entwickelt, sind diese Bitters bekannt für ihren leicht süßlichen Geschmack und die charakteristische rote Farbe. Sie sind eine Hauptzutat im klassischen Sazerac Cocktail und verleihen vielen anderen Drinks eine besondere Note.
4. Regans’ Orange Bitters
Regans’ Orange Bitters wurden von dem renommierten Barkeeper Gary Regan entwickelt und erfreuen sich großer Beliebtheit in der Mixologie. Diese Bitters zeichnen sich durch ihre intensive Orangennote aus, die perfekt zu einer Vielzahl von Cocktails passt. Sie sind besonders in Drinks wie dem Martini oder dem Negroni beliebt, wo sie dem Cocktail eine frische Zitrusnote verleihen.
5. The Bitter Truth
Die Münchner Firma The Bitter Truth hat in den letzten Jahren die Welt der Cocktail Bitters revolutioniert. Mit einer Vielzahl von Geschmacksrichtungen, darunter Old Time Aromatic Bitters, Jerry Thomas Own Decanter Bitters, Repeal Bitters und Creole Bitters, hat sich das Unternehmen einen Namen in der Barszene gemacht. Die Bitters von The Bitter Truth sind bekannt für ihre hohe Qualität und die sorgfältige Auswahl der Zutaten, die in jedem Produkt verarbeitet werden.
6. Amargo Chunco Bitters
Amargo Chunco Bitters stammen aus Peru und sind für ihr einzigartiges Geschmacksprofil bekannt. Diese Bitters kombinieren Aromen von Kräutern und Gewürzen mit einer erdigen Bitterkeit und einer leichten Süße. Sie eignen sich hervorragend für Cocktails, die eine exotische Note benötigen, und sind eine interessante Ergänzung für jede Hausbar.
7. Bittermens
Bittermens ist bekannt für seine kreativen und innovativen Bitters, die sich durch ungewöhnliche Geschmacksrichtungen auszeichnen. Zu den beliebtesten Sorten gehören Mole Bitters, Xocolatl Mole Bitters und Hellfire Habanero Shrub. Diese Bitters sind ideal für Barkeeper, die auf der Suche nach neuen und aufregenden Möglichkeiten sind, ihre Cocktails zu verfeinern.
Herstellung und Verwendung von Cocktail Bitters
Die Herstellung von Cocktail Bitters erfolgt in der Regel durch zwei Methoden: Mazeration und Infusion. Bei der Mazeration werden Kräuter, Gewürze und andere Zutaten in Alkohol eingelegt, um die Farb- und Aromastoffe zu extrahieren. Die festen Bestandteile bleiben dabei zurück. Bei der Infusion hingegen erfolgt nach dem Einlegen der Rohstoffe in Alkohol eine Destillation, bei der die flüchtigen Komponenten gesammelt werden.
Cocktail Bitters lassen sich in zwei Hauptkategorien einteilen: Zitrus-Bitters (wie Lemon, Orange oder Grapefruit) und Aromatic Bitters (wie Angostura oder Old Time Aromatic Bitters). Zitrus-Bitters betonen den Geschmack der namensgebenden Frucht, während Aromatic Bitters eine Vielzahl von Aromen und Geschmäckern kombinieren, was ihnen eine komplexe und vielschichtige Geschmacksnote verleiht.
Cocktail Bitters im Mixen von Cocktails
Cocktail Bitters gelten als essentielles Barzubehör, das beim Mixen von Cocktails nicht fehlen sollte. Bereits wenige Tropfen können einem Cocktail eine völlig neue Geschmacksdimension verleihen. Dabei verliert der bittere Eigengeschmack beim Vermischen in Getränken und Speisen an Intensität, was sie auch zum Würzen von Gerichten geeignet macht. Die Kreativität kennt hier keine Grenzen; selbst einfache Mixgetränke können durch das Hinzufügen von Bitters einen intensiven und komplexen Geschmack erhalten.
Beliebte Cocktails mit Bitters
Hier sind einige klassische Cocktails, die Sie mit verschiedenen Cocktail Bitters zubereiten können:
- Old Fashioned:
- Zutaten: Bourbon, Zucker, Wasser, Angostura Aromatic Bitters, Orangenscheibe
- Zubereitung: Zucker mit einem Spritzer Wasser in einem Glas auflösen, Angostura Bitters hinzufügen, Bourbon dazugeben, Eis hinzufügen und mit einer Orangenscheibe garnieren.
- Sazerac:
- Zutaten: Rye Whiskey, Peychaud’s Bitters, Zucker, Absinth
- Zubereitung: Ein Glas mit Absinth ausspülen, Zucker und Peychaud’s Bitters in einem anderen Glas vermischen, Rye Whiskey dazugeben, Eis hinzufügen und im Absinth-Glas abseihen.
- Martini:
- Zutaten: Gin oder Wodka, trockener Wermut, Regans’ Orange Bitters
- Zubereitung: Gin oder Wodka und Wermut in einem Shaker mit Eis verrühren, in ein gekühltes Glas abseihen und mit einem Spritzer Regans’ Orange Bitters garnieren.
- Negroni:
- Zutaten: Gin, Campari, süßer Wermut, Regans’ Orange Bitters
- Zubereitung: Alle Zutaten in einem Glas mit Eis vermengen, umrühren und mit einer Orangenscheibe garnieren.
- Whisky Sour:
- Zutaten: Bourbon, Zitronensaft, Zuckersirup, Fee Foam
- Zubereitung: Alle Zutaten in einem Shaker mit Eis schütteln, in ein Glas abseihen und nach Belieben garnieren.
Cocktail Bitters sind eine unverzichtbare Zutat in der Mixologie, die jedem Cocktail eine neue Geschmacksdimension verleihen kann. Mit einer Vielzahl von Marken wie Fee Brothers, Angostura, Peychaud, Regans, The Bitter Truth, Amargo Chunco Bitters und Bittermens gibt es für jeden Geschmack und jede Vorliebe die passende Bitter-Variante.
Die hohe Qualität und Vielfalt der Cocktail Bitters machen sie zu einem wichtigen Bestandteil jeder Hausbar, und ihre Verwendung ist nicht nur auf Cocktails beschränkt. Sie bieten auch eine hervorragende Möglichkeit, Gerichte zu würzen und zu verfeinern. Egal, ob Sie ein erfahrener Barkeeper oder ein Hobby-Mixologe sind, Cocktail Bitters sollten auf keinen Fall in Ihrer Sammlung fehlen. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und entdecken Sie die faszinierende Welt der Cocktail Bitters!
